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ohrenhoch-Kids 'unerhört' | Photo: Knut Remond

ohrenhoch, der Geräuschladen präsentiert am Kunstfestival 48 Stunden Neukölln 2015 (Festivalthema „S.O.S. - Kunst rettet die Welt"):

unerhört.

von den ohrenhoch-Kids 

Freitag 26. Juni 19:00 - 23:00 Uhr  
Samstag 27. Juni 14:00 - 23:00 Uhr
Sonntag 28. Juni 14:00 - 19:00 Uhr
und am ohrenhoch-Sonntag
Sonntag   5. Juli 14:00 - 21:00 Uhr  

unerhört.
Ein Patchwork aus Fieldrecordings, Interviews, Klanginstallationen, Performance und Soundaktionen. Die ohrenhoch-Kids forschen nach dem Unerhörten, in Auseinandersetzung mit Herrschaft, Krieg und Ökologie, und in aktiver Vermittlung und Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs.  

ohrenhoch-Kids seit 2008  
Die Soundgalerie 'ohrenhoch, der Geräuschladen' wurde 2008 parallel mit der ohrenhoch-Schule eröffnet. In der ohrenhoch-Schule lernen, forschen und experimentieren die ohrenhoch-Kids im Alter zwischen 5 und 13 Jahren. Aus ihren eigenen Ideen realisieren sie akustische Projekte auf Fixed Media mit elektroakustischen/akusmatischen Kompositionen, Performance, Field Recordings (Feldaufnahmen) und Klanginstallationen. Pädagogischer Ausgangspunkt ist dabei den ohrenhoch-Kids auf gleicher Augenhöhe und als vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft zu begegnen. Leiter und Mentor der ohrenhoch-Kids ist Knut Remond, der künstlerische Leiter von 'ohrenhoch, der Geräuschladen'. Die ohrenhoch-Kids wirken auf derselben Plattform wie die internationalen KlangkünstlerInnen, deren Werke jeden Sonntag in der Soundgalerie präsentiert werden.  

Idee, Gestaltung und Ausführung:  Chiara, Elias, Tarek, Yuri, Elsa, Jacob, Aila, Manuel, Alma, Minze.
Leitung: Knut Remond  

Die ohrenhoch-Kids haben in unterschiedlichen Themenfeldern über Zerstörung und Ausbeutung der globalisierten Welt debattiert und mit den akustischen Möglichkeiten verschiedene Projekte realisiert. Es sind aktivistische, mutige, aber auch witzige und zukunftsweisende Ideen entstanden, die eines gemeinsam haben: Die Überzeugung, dass jeder Mensch seine individuellen Möglichkeiten aktiv einsetzen kann, um in seinem Umfeld und in der Gesellschaft für eine bessere und solidarische, fantasievollere Welt einzustehen.  

unerhört
Die Welt bzw. die medialen Informationen bestehen nicht nur aus Bildern und Texten, sondern auch aus Akustischem. ohrenhoch und die ohrenhoch-Schule basieren auf der Grundlage des Hörens und versuchen, das Akustische bzw. den Begriff der Musik aus seinen engen Schranken zu befreien. Töne, Geräusche und Klänge sind nicht nur in sog. musikalischen Dingen enthalten. Es geht um eine Demokratisierung, um die Hierarchien in der Musik, im Leben, in unserem Alltag aufzulösen. Die Vielfalt der Akustik wird bei den ohrenhoch-Kids auf unterschiedlichsten Ebenen in einem interdisziplinären Kontext gespiegelt, transformiert und kontrastiert, um die Welt besser zu verstehen und aktiver und kritischer für sich selbst und für andere zu sein.  

Soundaktivismus
"unerhört" ist speziell im Zusammenhang mit der Fragestellung „Soundaktivismus“ entstanden, die das Grundmotiv der Soundgalerie ohrenhoch im Jahr 2015 darstellt und aus unterschiedlichen Perspektiven von KlangkünstlerInnen und KomponistInnen reflektiert und präsentiert wird.  

S.O.S. - Kunst rettet die Welt
Die ohrenhoch-Kids konzentrieren sich auf unsere Ohren, das heisst auf die akustischen Möglichkeiten, um aktiv und kritisch daran teilzunehmen, die Zustände der jetzigen Weltordnung zu hinterfragen. Die ohrenhoch-Kids haben für S.O.S. unterschiedliche Projekte angefertigt, um die Menschen zu sensibilisieren und auf die Kunst der Akustik hinzuweisen, und dies in einem unabhängigen, kritischen und lebhaften Diskurs. Sie wollen auch darauf hinweisen, dass jeder einzelne Mensch mit seinem Hören und überhaupt mit seinen Sinnen aktiv etwas verändern und mitbestimmen kann, jede/r mit seinen persönlichen gestalterischen Möglichkeiten.  

"unerhört" besteht aus 7 unterschiedlichen Projekten, die für 48 Stunden Neukölln von den ohrenhoch-Kids präsentiert werden:  

„Mitten auf der Strasse (in Neukölln)“,
ein Loop-Stück, ertönt im Gallery-Raum auf der fest installierten ohrenhoch-Lautsprecherinstallation. Es besteht aus Geräusch-Interviews mit PassantInnen auf den Strassen von Neukölln. Die ohrenhoch-Kids haben mit ihrem Tonbandgerät Erwachsene und Kinder gefragt, ob sie mit ihrer Stimme ein Geräusch machen könnten und sie es aufnehmen dürften. Sie haben kleine winzige  Aufnahmen gesammelt, die sie zum Schluss kompositorisch zu einem Loop-Stück zusammengeführt haben.  

„Bewegungs-Mitmach-Kopfhörer“
Ebenfalls im Gallery-Raum von ohrenhoch befinden sich auf den Regalbrettern die "Hör-Becher", gefertigt aus präparierten Wegwerf-Kaffeebechern, die man an die Ohren halten kann und die durch Klopfen, Kratzen, Schaben und Reiben zu Geräusch-Erlebnissen führen.  

„Bundes-WEHR?“ (Performance)
Im Gallery-Raum wird spontan (ohne Zeitangaben, wiederholt über die 48 Stunden) eine Performance stattfinden , die auf einer Video-Werbung der Bundeswehr 2013 beruht. Der Originaltitel der Video-Werbung ist:  „Karriere mit Zukunft“.  

„Werft die Fahnen fort“
ist eine (Musik-) Performance, die auf Texten von Kurt Tucholsky basiert. Die Aufführungen finden wiederholt über die 48 Stunden statt, ohne Zeitangabe.  

„Bundes-WEHR?“ (Feature)
Ein Feature von Tarek, Yuri und Knut. Mit Interviews, die Tarek und Yuri geführt haben. Im ohrenhoch-Archiv 'Die Kartoffel' wird auf einem Kopfhörer das Stück „Bundes-WEHR?“ präsentiert. Es sind Smartphone-Aufnahmen von Befragungen verschiedener Menschen über Krieg, die Bundeswehr und die Politik der Bundesregierung. Aus den gesammelten Interviews und den Soundbearbeitungen von Tarek und Yuri hat Knut Remond eine Komposition, ein sog. Feature kreiert.  

„Singapore“
ist eine elektroakustische (akusmatische) Komposition, bestehend aus Feldaufnahmen aus Singapur. Jacob verbrachte mit seinen Eltern ein Jahr in Singapur und durfte von ohrenhoch ein Tonbandgerät mitnehmen. Er hat in Singapur verschiedene Aufnahmen von Insekten gemacht und sie später in Berlin bei ohrenhoch zusammen mit Manuel zu einer speziellen Soundkomposition verarbeitet.  

„No Future“
„No Future“ ist eine elektroakustische (akusmatische) Komposition von Chiara und findet über die fest installierte Lautsprecher-Installation „Bassbox“ in den Kellerräumen statt. Es geht bei „No Future“ um die Zerstörung des Regenwaldes.

Website ohrenhoch-Kids am Kunstfestival 48 Stunden Neukölln