Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien ist die Schlusspräsentation eines Workshops mit sechs Kindern von Neukölln zwischen 7-12 Jahren, geleitet vom Sounddesigner, Komponist und Multimedia-Artist Knut Remond.
Mit Ferdinand, Clara, Clara, Paul, Louis und Lucie.
Wir haben uns 6 mal getroffen, einzeln und in Gruppen. Das erste Treffen fand am 7. Juni 08 im "ohrenhoch, der Geräuschladen" statt.
Die Kinder mussten keine musikalischen oder technischen Vorkenntnisse mitbringen.
Zur Präsentation von "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien". Konzept, Mix und Realisation von Knut Remond.
"Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" Ausschnitt
Für Stimme, Mikrophon, Mischpult mit Effekten, Ballone, Rassel, Flöte, Tambourin mit Schellen, Kuhglocke.
Die Kinder wurden direkt damit konfrontiert, mitzuhören wie sie ihre Stimmen manipulieren können – durch Reverb, Delay und Pitch – aber auch damit, welche Möglichkeiten man hat mit der Stimme und den Instrumenten mit einem Mikrophon. Sie erfuhren in kurzer Zeit, mit verschiedensten Positionen und unterschiedlichen Dynamiken zum Mikrophon die Unterschiede festzustellen.
Die Kinder hatten einen Kopfhörer, konnten aber auch über einen kleinen Verstärker ihre Stimme und einander gegenseitig direkt im Raum anhören.
Die Improvisation war in diesem Workshop ein wichtiges Element und wird es auch für meine weiteren Kurse sein. Meiner Erfahrung nach wird mit elektro-akustischer oder Computermusik zu starkes Gewicht auf den technikorientierten Umgang gelegt. Um die Phantasie und Neugier der Kinder anzustacheln, sollten wir ihren kreativen Bereich und ihre unmittelbaren Ideen unterstützen, aber gleichzeitig mit kleinen Schritten die technischen und musikalischen Wege eröffnen.
Das Stück "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" läuft im Geräuschladen über die ohrenhoch-Lautsprecher-Installation.
Es ist eine Loop-Schlaufe, die Länge eines Durchgangs ist 27 Minuten.
Die Aufnahmen entstanden im ohrenhoch-Keller. Es sind Einzel- und Gruppenaufnahmen am Mikrophon. Die Kinder spielten mit den elektronischen Effekten direkt mit ihren Stimmen und Instrumenten. Es gab ein Konzept, und zwar u.a. die Vorstellung, dass sie im Raum herumschwirren und auf einer imaginären Reise sind durch die elektrischen Geräuschgalaxien.
Die Kinder begrüssen auf dem Stück-Loop-Schlaufe zudem die ZuhörerInnen, die ins ohrenhoch eintreten. Die Kinder kreierten Wörter, kleine Sätze, die ihnen spontan eingefallen sind über das Mikrophon, Mischpult und mit den unterschiedlichen elektronischen Effekten, die sie direkt mit ihrer Stimme einbezogen.
Es wurden aber auch Ballone aufgeblasen und mit unterschiedlichem Luftdruck Geräusche produziert. Die farbigen Riesenballone waren übrigens der Einstieg in den Workshop im ohrenhoch - ohne Mikrophon, um auf einfache Art mit Geräuschen mit dem Raum und seinen verschiedenen akustischen Eigenheiten in Verbindung zu treten.
Das Stück habe ich danach im Studio am Computer bearbeitet. Ich habe die einzelnen Stimmsequenzen der Kinder geschnitten und dabei die realen Abläufe, Abfolgen beibehalten. Ich habe wenige noch zusätzlichen Effekte und Samples eingeflochten, zum Beispiel wurden die Ballone noch manipuliert im endMIX...
Im ohrenhoch-Keller können währenddessen die Audio-Aufnahmen gehört werden, die die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung gemacht haben.
Ich erklärte ihnen wie ein digitales Audio-Aufnahmegerät funktioniert, und dass sie versuchen sollen ihre Hörbeobachtungen ihres Alltags mit dem Tonband aufzuzeichnen. Die Audiorecorder durften sie nach Hause mitnehmen, um damit ihre alltägliche akustische Umgebung zu erforschen.
Was Sie im ohrenhoch-Keller hören sind die Aufnahmen pur, die Geräuschbeobachtungen der Neuköllner Kinder.
Audiorecordings von den Kindern selbst
Über das Konzept im ohrenhoch-Keller:
Im Hörkonzept mit den beiden Lautsprecherboxen im Keller habe ich ein Stereobild in zwei Räume aufgeteilt - installiert und getrennt mit einem schwarzen Vorhang.
Die verschiedenen Aufnahmen der Kinder hören Sie abwechselnd im schmalen kleinen Raum und im grösseren Raum. Die Hörbilder springen und wechseln wie Ping-Pong zwischen den beiden Räumen, und zeitweise sind die Geräusche in beiden Räumen auf beiden Boxen gleichzeitig zu hören.
Meine Idee ist, wie man mit einfachen Mitteln ein Hörerlebnis präsentieren kann und die imaginäre aber auch abstrakte Hörwelt vielleicht mit verblüffenden Überraschungen zu versinnlichen.
Das ohrenhoch Team wünscht Ihnen allen eine tolle und spannende Hörreise und unvergessliche 48 Stunden in Neukölln.
Am Schluss danke ich den Eltern, Kindern, allen an 48 Stunden Neukölln beteiligten, Annette Wellhausen und dem Team von "X Wege zum Glück" und den Sponsoren.
Knut Remond, 19.6.08
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Kurse für Kinder im 'ohrenhoch, der Geräuschladen'
Diese ersten Arbeiten in unserem Kinder- und Jugendprogramm sind der Anfang eines grossen Abenteuers mit Kindern für elektroakustische Musik und Sounddesign - "Es lebe eine andere Musik".
Wenn Sie an den ohrenhoch-Kursen für elektro-akustische Musik und Sounddesign für Kinder interessiert sind, informieren Sie sich bitte bei
Knut Remond, Telefon: 030 76 76 48 41, Email: info@ohrenhoch.org
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VINYL LP | Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien | SPECIAL EDITION
ohrenhoch wird das Stück "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" in limitierter Auflage (50 Exemplare) herausgeben - eine Vinyl-LP 33 rpm. Eine Platte kostet 38.– EUR
Für die Bestellung der LP senden Sie uns bitte eine
unter Angabe Ihrer Anschrift und der gewünschten Anzahl Exemplare.
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20. - 22.06.2008
DIE REISE DURCH DIE ELEKTRISCHEN GERÄUSCHGALAXIEN
ohrenhoch, der Geräuschladen
im Rahmen des Festivals "48 Stunden Neukölln" | X WEGE ZUM GLÜCK


Die Transportkiste mit dem Nachttropfendrachen bleibt geschlossen: Bitte ja nicht die Transportkiste aufmachen, sonst...
Den Nachttropfendrachen nimmt man hörend wahr, wie er sich in seiner Transportkiste vielleicht bewegt, schnaubt, kreucht und fleucht, quietscht, ruft, sich schüttelt und frisst.
"Nachttropfendrache" wurde mit den unterschiedlichsten Geräuschen und Klängen aufgebaut, sozusagen zusammengesetzt wie ein Patchwork, mit der Idee und Realisierung einer "Geräusch-Skulptur" bzw. Klanginstallation.
Ich habe die Idee vom Nachttropfendrachen den Kindern vorgeschlagen. Und zwar handelt es sich um einen "Nachttropfendrachen", der von einem unbekannten Ort abgeschickt wurde. Absender unbekannt.
Für die Idee mit der Transportkiste mit dem Nachttropfendrachen war auch die Überlegung wichtig, dass die Kinder sich mit einem Tier oder Fabelwesen, Mischwesen aus vielen Mythologien und Märchen auseinandersetzen, das weit über die europäische Kultur hinausreicht.
Die Schamanen mancher Völker kennen kein spezielles Wort für Drache und beschreiben diese als "Riesenfledermäuse".
Die ohrenhoch-Kindergruppe hat für "48-Stunden-Neukölln " zum erstenmal zusammengefunden - mit dem Titel: "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" (siehe unten auf dieser Seite), das im ohrenhoch präsentiert wurde (20. - 22.6.08).
Die Kindergruppe trifft sich jeden Mittwoch im ohrenhoch, der Geräuschladen.
Aus den Kursen oder Treffen, die jeden Mittwoch stattfinden, wurde vom 24. September bis zum 29. Oktober 08 der "Nachttropfendrache" kreiert.
"Nachttropfendrache" Ausschnitt
wurde gebaut mit:
Stimme, Mikrophon, kleines Mischpult mit Effekten, Plastiksäcke, Zeitungen, Holzbrettchen, alter Eierschneider, Äpfel, Nüsse, Trinkbecher und ein Becken mit Wasser, Rasseln, Silberpapier, Tee-Holzbox bespannt mit Gummiband, Reisverschluss und ein Jagdhorn.
Knut Remond: Geräusch-cut-ups
Für den Nachttropfendrachen haben die Kinder zum erstenmal die meisten Aufnahmeteile selbst gemacht, die Sie hören. Die Mixturen einzelner Geräuschabschnitte von "Nachttropfendrache" sind von ihnen selbst aufgenommen und gemischt. Sie gaben sich untereinander Anweisungen, tauschten sich aus und setzten so ihre Ideen und die Realisierung gegenseitig und gemeinsam um.
Es ist auch extrem spannend zu beobachten, dass mit unseren Ohren die Verquickung entsteht mit dem dritten Auge. Das dritte Auge ermöglicht uns eine magische aufregende Art der Visualisierung. Durch Fiktion und Imagination können sich ungeahnte Räume auftun und die Realität gehörig ins Wanken bringen.
Knut Remond 1. November 2008
Wir danken den beiden Sponsoren: Zapf Umzüge und Musikhaus Thomann.
Speziellen Dank an Herrn Rutkowski von Zapf Umzüge, der die wunderschöne Transportkiste für den Nachttropfendrachen gebaut hat.
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Samstag 1.11.08, 19:00 - 24:00 Uhr | Im Rahmen von Nachtundnebel 08
Sonntage 2.11. und 9.11.08, 14:00 - 21:00 Uhr
NACHTTROPFENDRACHE
Geräuschbox Klanginstallation von Knut Remond zusammen mit Kindern aus Berlin-Neukölln
Mit Clara, Ferdinand, Louis, Paul und Clara
Leitung: Knut Remond
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde am 1. November 2008 eine geheimnisvolle Transportkiste,
in der sich ein Nachttropfendrache befindet, im ohrenhoch abgegeben. Absender unbekannt.
Eines ist aber ziemlich sicher, liebe ohrenhoch-Besucher: Die Transportkiste mit dem
Nachttropfendrachen drin darf man nicht aufmachen, sonst...




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Die ohrenhoch-Kids aus Berlin-Neukölln präsentieren:
DIE OHRONAUTEN
Hörspiel-Improvisationen mit elektrischen Geräten
- Durchgehend wird über die ohrenhoch-Lautsprecherinstallation "Die Reise durch die elektrischen
Geräuschgalaxien" präsentiert.
- In mehreren Live-Acts im ohrenhoch-Keller fährt man mit den ohronauten live durch die elektrischen Geräuschgalaxien (Ausschnitt)
Samstag 13.12.08: geöffnet 14:00 - 23:00 Uhr
15-minütige Live-Acts: 15:30, 16:30, 19:30 und 20:30 Uhr
Sonntag 14.12.08: geöffnet 14:00 - 21:00 Uhr
15-minütige Live-Acts: 14:45, 15:30 und 16:30 Uhr




Über die ohronauten:
Die ohronauten sind eine Gruppe von 5 Kindern zwischen 6-12 Jahren, die regelmässig und freiwillig die Kurse für elektroakustische Musik und Klangkunst im Geräuschladen ohrenhoch besuchen.
Wir expermentieren mit Geräuschen und Klängen, um ganz verschiedene Projekte zu realisieren, zum Beispiel elektroakustische Soundtracks, Hörspiele, Geräusch-Klang-Installationen etc.
Die Idee für die Aufführungen bzw. Live-Acts am Adventsparcours kam von den ohrenhoch-Kids selber.
Die Gestaltung des Raumes, die Auswahl der Instrumente und die Organisation.
Die ohronauten möchten Ihnen einen Einblick aber auch einen verheissungsvollen Ausblick präsentieren, wie sie sich an das Stück "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" herangetastet und wir es aufgezeichnet haben.
Es ist auch für die ohrenhoch-Kids eine spannende Phase. Sie freuen sich sehr auf diese Live-Acts, in denen sie ihren spielerischen Umgang aber auch die Ernsthaftigkeit mit elektronischen Geräten und Instrumenten einem interessierten Publikum live vorstellen.
Ich würde Ihnen empfehlen alle 6 Live-Acts mitzuerleben, weil ich glaube, dass Sie in jeder einzelnen Aufführung eine ganz spezielle Hörreise erwarten wird.
Die ohronauten werden mit ihrem minimalen Instrumentarium und ihren spontanen wilden Flügen, die weit über das Universum hinausreichen, durch die von ihnen erfundenen Geräuschgalaxien sich auf den Moment des Entstehens einlassen.
Die ohronauten werden mit ihren eigenen Fähigkeiten unerhörte Dinge präsentieren.
Eine durchstrukturierte Komposition oder Dramaturgie wird immer wieder gebrochen und auf vielfältigste Weise mit neuen Impulsen fortgeführt: sich darauf einzulassen, immer wieder neue Situationen zu schaffen und zu erfinden, und diese gleichzeitig in einer Gruppe umzusetzen ist ein Balanceakt. Die Interaktion innerhalb der Gruppe stellt einen konstanten Bezugspunkt für die einzelnen ohronauten dar.
"Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien"
Es ist eine Loop-Schlaufe, die Länge eines Durchgangs ist 27 Minuten.
Für Stimme, Mikrophon, Mischpult mit Effekten, Ballone, Rassel, Flöte, Tambourin mit Schellen, Kuhglocke.
Konzept, Mix und Realisation von Knut Remond
"Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" ist das erste Werk, das die ohrenhoch-Kids zusammen mit Knut Remond kreierten.
Die Aufnahmen entstanden im ohrenhoch-Keller. Es sind Einzel- und Gruppenaufnahmen am Mikrophon. Die Kinder spielten mit den elektronischen Effekten direkt mit ihren Stimmen und Instrumenten. Es gab ein Konzept, und zwar u.a. die Vorstellung, dass sie im Raum herumschwirren und auf einer imaginären Reise sind durch die elektrischen Geräuschgalaxien.
Die Kinder mussten keine musikalischen oder technischen Vorkenntnisse mitbringen.
"Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" wurde für das Kunst- und Kulturfestival 48-Stunden-Neukölln im Juni 08 in Zusammenarbeit mit dem Projekt "X Wege zum Glück" kreiert.
Nun wird die legendäre Aufnahme "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" zwischen den Live-Acts der ohrenhoch-Kids auf der fest installierten Lautsprecherinstallation im Geräuschladen ohrenhoch nochmals vorgestellt.
Knut Remond
13.12.08







REGENWURMSTADT & MAULWURFGARTEN
Soundpuzzle-Installation der ohrenhoch-Kids
Präsentiert im "ohrenhoch, der Geräuschladen"
am 11. Kunst- und Kulturfestival "48 Stunden Neukölln" 26. - 28. Juni 2009,
und am Sonntag 5. Juli 2009:
Regenwurmstadt - Kleiner Audio-Ausschnitt im ohrenhoch
Im "ohrenhoch, der Geräuschladen" werden die Kunstfestivals in Berlin-Neukölln genutzt, um Projekte aber auch spezifisch die Prozesse der ohrenhoch-Kids öffentlich hörbar und sichtbar zu präsentieren. Diese Art Veranstaltungen sind ausschliesslich nach ihren Ideen und Wünschen ausgerichtet.
Ausgangspunkt für "Regenwurmstadt & Maulwurfgarten" war das Thema "Humus" des diesjährigen Festivals 48 Stunden Neukölln. Es gab im Verlauf die unterschiedlichsten Ideen, es fand unter den ohrenhoch-Kids ein lebhafter und phantasievoller Prozess statt, der sich thematisch in unterschiedlichsten Richtungen entwickelte und zu dem Titel führte: "Regenwurmstadt & Maulwurfgarten"
"Regenwurmstadt & Maulwurfgarten" ist in zwei Ebenen konzipiert:
Regenwurmstadt im ohrenhoch-Schaufensterraum, Maulwurfgarten im Keller.
Im Schaufensterraum begegnen Sie der "Regenwurmstadt" am Boden. Sie besteht aus verschiedenen aus Abfallmaterialien gefertigten Regenwurmstadt-Gebäuden und wird mit mp3-Player und mit leicht umfunktionierten Kopfhörern betrieben.
Es sind für die ohrenhoch-Kids konkrete Gebäude, mit Namen versehen wie: eine Fabrik (Louis), eine Krankenstätte "aus eins wird zwei" (Clara), ein Regenwurmrathaus mit einer Auto-Tiefgarage (Ferdinand), eine Regenwurmgeisterbahn (Clara), ein Sportstadion (Paul), ein Regenwurmgrab bzw. Regenwurm-Mausoleum (Louis und Ferdinand), eine Polizeistation (Louis), ein Wurmloch-Teleskop (Marcel), ein Regenwurm-ohrenhoch (Luca), ein Regenwurm-Motel (Ferdinand), ein Funkturm (Paul), ein Regenwurmhochhaus (Louis), ein Regenwurmdampfer (Luca) und ein Dreiecksgebäude (Kyra).
Die Kopfhörer sind in den einzelnen Objekten, Nischen installiert, eingebaut, freigelegt und funktionieren als kleine Lautsprecherchen.
Interessant finde ich, dass die ohrenhoch-Kids eine Installation kreierten, die in ihrem Gebilde sehr fagil ist und eine spezielle Raffinesse und Eleganz ausstrahlt.
Zum Beispiel sind die Lautstärken der Klänge nicht nur den Objekten angepasst (die Auseinandersetzung mit Proportionen: Raum-Zeit etc.), sondern sie konfrontieren die Erwachsenen mit ihren Gegenüberstellungen, Hör-Proportionen und ihrer Formensprache, um akustisch und visuell in ihre konkreten Grössenverhältnisse einzutauchen.
Wenn auch zum Teil die Gebäude der Regenwurmstadt, zum Beispiel die Polizeistation oder das Rathaus, reale alltägliche Dinge sind, so weist der Prozess der ohrenhoch-Kids in "Regenwurmstadt" interessanterweise viele visionäre Ebenen auf.
Im Keller, der verdunkelt ist, geht man sozusagen in die Erde hinunter. Dort befindet sich der Maulwurfgarten. Der Maulwurfgarten besteht aus einer Kiste mit einem Auto-Bassbooster-Lautsprecher, der zugedeckt ist mit Erde.
"Regenwurmstadt"
Ausgangspunkt war, dass die Natur keine Abfälle produziert.
Es gab in diesem Projekt eine einzige Spielregel einen Rahmen, den ich mit den ohrenhoch-Kids abgesprochen habe - und zwar, dass nur Gegenstände, Materialien zugelassen sind, die man üblicherweise in den Müll wirft. Alles andere wurde von den ohrenhoch-Kids selbst entwickelt, ausgearbeitet und selbständig entschieden.
Müllverwertung, Transformationen, Utopien.
Die Regenwurmstadt wurde von den ohrenhoch-Kids in der Hörgalerie angefertigt aus Vepackungsmaterial-Abfall, den sie von zu Hause mitbrachten oder flugs von einem Einkaufsmarkt gleich um die Ecke vom ohrenhoch organisierten- zum Beispiel Kartonschachteln, Pappröhren, verschiedene Plastikbecher, PET-Flaschen etc. Diese Abfallmaterialien wurden schliesslich in konkreten oder zufälligen Umwandlungsstufen modifiziert, mit farbigem Klebeband, Schere und Cutter bearbeitet, umgewandelt, verändert, umgeformt und daraus die unterschiedlichsten Gebäude-Objekte der Regenwurmstadt hergestellt.
Die Gebäude oder Objekte wurden mit der Idee angefertigt, dass Hohlräume, Nischen entstanden, wo man offene Kopfhörer (umfunktioniert zu kleinen Lautsprechern) platzieren kann - präzise nach klanglichen-akustischen Kriterien.
Horchen, Lauschen
Die einzelnen Geräusche sind in den Schachteln, Röhren und Bechern. Man kann je nach Lust und Laune seine Ohren an die einzelnen aus Abfall transformierten Objekte anpeilen.
Für die ohrenhoch-Kids ist es wichtig, dass die Leute sich bücken oder in die Knie gehen müssen, um sich die einzelnen Geräuschteile, Kompositionen von den Soundpuzzle-Teilen anzuhören. JedeR kann versuchen, sein rechtes oder linkes Ohr an eine Röhre aufzulegen - "Ohrenlupe". Man kann oder muss auch auf die Knie gehen, um mit dem Ohr ganz nah die einzelnen Stücke der jeweiligen Gebäude-Objekte anzuhören.
Ohrblicke:
Somit entdecken Sie in der Regenwurmstadt mit Ihren Ohren verschiedene Geräuschkompositionen. Es sind skulpturartig zusammengestellte Hörgänge mit unterschiedlichsten "Field Recordings" (Umgebungsgeräusche), aber auch ein paar synthetische Klänge, die mit einem Sampler (Roland: Sp-404) in weiteren Prozessen zum Teil verändert, überlagert und modifiziert wurden.
Es sind nicht alle Regenwurmgebäude-Objekte mit einem Geräusch bespielt: Ohne Elektronik sind diejenigen Objekte, die von den beiden 5-jährigen ohrenhoch-Kids (Luca und Kyra) gemacht wurden. Das "Regenwurm-ohrenhoch" und das "Wohnhaus-Dreiecks-Gebäude" mit Rohr. Interessant ist an diesem Objekt mit Rohr, dass Kyra das Hörrohr mit Klebeband am Gebäude bewusst so umwickelte, dass man vom Klebeband Klebgeräusche wahrnimmt...
Luca wiederum wollte bewusst im "Regenwurm-ohrenhoch" Stille.
Field Recording, Soundmixturen, 16 Puzzlestücke
Die Regenwurmstadt besteht aus 9 Stereo-Kopfhörern mit 8 Mp3-Playern, über die 16 verschiedene Geräuschkompositionen im Loop (Schlaufe) abgespielt werden. Die 16 Geräuschkompositionen sind mit dem jeweiligen Regenwurmstadt-Gebäude verknüpft und wurden von den ohrenhoch-Kids selbst aufgenommen, transformiert und zusammengestellt.
Es sind unterschiedliche Aufnahmen zum Beispiel aus gemeinsamen Aufnahme-Exkursionen "Field Recording". Es sind auch Aufnahmen enthalten, wo die ohrenhoch-Kids einen Digitalrecorder mit nach Hause nahmen, um eines oder mehrere Geräusche einzufangen. Ihre Aufnahmen haben die ohrenhoch-Kids zum Teil zusätzlich mit einem Sampler verändert, transformiert und zu Loops (Schlaufen) komponiert.
Diese 16 Soundteile sind mit unterschiedlichsten Pausenlängen angefertigt. Es sind sozusagen einzelne Puzzlestücke, die gleichzeitig miteinander abgespielt werden. Durch die unterschiedlichen Pausenlängen jedes einzelnen Stückes werden die 16 Teile ineinandergreifen - mehrstimmig - polyphon - und zu einem wechselnden Ganzen werden.
Ein realer Durchgang dauert 21min 56 sec.
"Maulwurfgarten"
Ein Kontrast zur Regenwurmstadt ist der Maulwurfgarten. Er befindet sich im Keller.
Es ist eine Idee der ohrenhoch-Kids.
Umgesetzt wurde die Idee von Knut Remond.
Maulwurfgarten - Kleiner Audio-Ausschnitt im ohrenhoch-Keller
Wenn Sie die Treppe zum Keller hinuntergehen, befinden Sie sich sozusagen unter der Erde.
Dort befindet sich der Maulwurfgarten. Es ist schummerig, mit wenig Licht und man hört den oder die Maulwürfe.
Der Maulwurfgarten besteht aus einer mit Erde gefüllten Holzkiste. Eingebettet in der Erde liegt ein Basswoofer. Die Soundquelle ist ein altes Radio, die Frequenz des Radios ist auf ein Störgeräusch eingestellt. Zwei der ohrenhoch-Kids hatten die Idee, dass Lautsprecher unter der Erde liegen, wo Geräusche von Maulwürfen abgespielt werden.
Die Idee und die Atmosphäre von Maulwurfgarten möchte ich bewusst nicht genauer beschreiben. Ich denke, das Erleben, die Überraschung, das unmittelbare Erfahren ist sehr speziell und ist damit wirklich allen Interessierten zu empfehlen.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die dieses Projekt möglich gemacht haben: Bei unseren Sponsoren und Förderern, aber auch bei den Eltern der ohrenhoch-Kids für ihr Vertrauen und die gelungene Zusammenarbeit.
Knut Remond, Juni 2009
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Die ohrenhoch-Kids präsentieren
ohrenhoch ist NACHTAKTIV
Samstag 7. November 2009 19:00 - 24:00 Uhr am Festival NachtundNebel
Sonntage 8. und 15. November 2009 14:00 - 21:00 Uhr
Samstag 28. / Sonntag 29. November 14:00 - 21:00 Uhr am Adventsparcours
Wir freuen uns sehr, Ihnen und allen Interessierten, den Fans und den Sponsoren der ohrenhoch-Kids ihre neue Produktion "ohrenhoch ist NACHTAKTIV" vorzustellen.
Die ohrenhoch-Kids präsentieren in mehreren Räumen die von ihnen selbst inszenierte Klang-Raum-Installation und werden dabei die kleinen und grossen ZuhörerInnen mit Taschenlampen durch ein dunkles, fabelhaftes Geräuschlabyrinth begleiten und mit zusätzlichen Informationen beraten.
ohrenhoch ist NACHTAKTIV - Kleiner Audio-Ausschnitt im ohrenhoch-Keller









"ohrenhoch ist NACHTAKTIV"
Raum-Klang-Installation im "ohrenhoch, der Geräuschladen"
Von und mit den beteiligten ohrenhoch-Kids:
Chiara, Louis, Clara und Ferdinand.
Alter zwischen 7-13 Jahren.
Die lärmende Maus
Angefangen hat es mit einer besonderen Begegnung von Chiara , als sie in den Sommerferien in einem Haus in der Uckermark nachts im Bett lag und plötzlich miterlebte wie die Stille abrupt in der Dunkelheit durchkreuzt wurde durch eine Maus.
"ohrenhoch ist NACHTAKTIV" war als Titel geboren.
Es entstand daraus ein spannender Prozess in folgenden einzelnen Etappen. Zuerst erzählten die ohrenhoch-Kids sich gegenseitig Erlebnisse, was bei ihnen besonders an Geräuschen auffällt in der Nacht.
Die Nacht in einem stillen Ort setzt die Geräusche in phantastische - spukhafte Augenblicke und verzaubert unsere Sinne, eine vorbeihuschende Maus wirft uns sozusagen in eine andere Sphäre.
Was für Geräusche transformiert man in die Dunkelheit?
Zuerst tippten wir brainstormartig Ideen in den Computer, die uns auf interessante Spuren und schlussendlich geradewegs auf das Konzept brachten:
Eine nachtaktive Klang-Raum-Installation in den Kellerräumen und Nischen zu installieren.
Das Publikum wird von den ohrenhoch-Kids mit Taschenlampen in das Geräuschlabyrinth geführt und begleitet, und zwar von: Louis, Clara, Ferdinand und Chiara. Die Reise fängt an beim Durchqueren eines schwarzen Vorhangs, unmittelbar führt eine Holztreppe in die dunklen Kellerräume, die mit phosphoreszierendem Klebeband an wichtigen Stellen markiert sind.
Mit Tonangel, Mikrophon, Tonband und Kopfhörer unterwegs und die verschwundenen Vögel.
In diesen inszenierten Räumen im Keller wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie man einen Geräuschekosmos kreieren und installieren könnte.
Wir gingen mit einer 3m langen Tonangel mit Tonband und Kopfhörern ganz in der Nähe vom ohrenhoch in den Weichselpark mit dem Ziel, Vögel aufzunehmen.
Das Abenteuer hatte aber bald ein unausweichliches Problem, und zwar weil es schlicht keine Vögel gab, oder zumindest hörten wir kein einziges Vogelpfeifen.
Es war halt mittlerweile schon Mitte September und empfindlich kalt, die Vögel waren vielleicht schon unterwegs auf der langen und beschwerlichen Reise nach Afrika.
Mit einer gesunden Portion Trotzigkeit versuchten wir unser Glück, indem wir mit unserer 3 Meter langen Tonangel das Mikrophon, das am Ende der Stange aufgeschraubt ist, auf die Kastanienäste richteten und versuchten, eine Kastanie mit ihrem stacheligen Mantel, die an einem Ast hing, aufzunehmen...
Wir, die ohrenhoch-Kids beamen uns in die nachtaktiven Tiere.
Clara und Louis konnten sehr gut pfeifen und mit 2 Mikrophonen und Mischpult fertigten wir eine längere Tonaufnahme an.
Mit dieser einen Aufnahme mit Pfeifen, Stimmen und Blockflöte - gespielt von Chiara - beschlossen wir, in einen weiteren Schritt die Aufnahme zu bearbeiten (Editing) und zwar mit unserem Netbook.
Mit einer einfachen Audio Software bearbeiteten wir unsere eine Aufnahme zu einer epochalen nachtaktiven Geräuschekomposition.
Hören, verändern, erfinden, mit einem Computer.
In den weiteren Etappen versuchte ich ihnen einen Weg vorzuschlagen, indem wir konkret die Aufnahme in einzelne kleine Stücke unterteilten.
Wir schnitten die eine Aufnahme in mittelgrosse bis klitzekleine Teilchen.
"Messerscharfes Nachtkonzert" und die weiteren Folgen
Zuerst wurden längere Abschnitte ausgewählt, die klanglich und rhythmisch interessant waren, und wurden dann von den ohrenhoch-Kids mit Namen abgespeichert wie: "messerscharfes nachtkonzert", "plastikvogel", "tollwütige nachtigall" und "vogelometer".
In einer weiteren Etappe wurden die Ausschnitte nochmals gekürzt. Dazu wurden mit Ferdinand und Clara zusätzlich die Aufnahmen verändert mit Geschwindigkeitsänderung, Tonänderung, Echo, Wiederholungen etc.
Aus diesen veränderten und bearbeiteten Ausschnitten wie z.B. "messerscharfes nachtkonzert", "tollwütige nachtigall" und "plastikvogel" entstanden in einer weiteren Etappe die Namen wie: "handyvogel", "trompeten - nasen - vogel", "specht", "eule", "wellensittich", "dachs", "vogelometer 1-2", "messerscharfes nachtkonzert 1-13", "messerscharf 1", "grille 1- 9".
Es entsteht eine Raum-Klang-Installation
Die insgesamt 63 einzelnen Stücke/Stückchen/Geräuschkompositionen wurden von den ohrenhoch-Kids unterschiedlich überspielt auf 9 mp3-Player mit je einem kleinen Aktiv-Lautsprecher, der auf dem mp3-Player aufgesteckt ist.
Die ohrenhoch-Kids haben für "ohrenhoch ist NACHTAKTIV" die Stücke für ihren mp3-Player ausgewählt, zusammengestellt und zum Teil zusätzlich strukturiert mit Pausen.
Fabelhaftes Geräuschlabyrinth
Im Keller installieren die ohrenhoch-Kids die mp3-Player mit den portablen Aktiv-Stereolautsprechern in verschiedenen von ihnen ausgewählten Ecken und Maueröffnungen.
Knut Remond, 7./28.11.09
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Regenwurmstadt & Maulwurfgarten gewinnt die Sonderauszeichnung "Junges Hören" des netzwerk junge ohren und der Strecker-Stiftung 2009
Samstag 20. März 2010 19:00 - 22:00 Uhr am Festival "Frühlingserwachen"
Sonntag 21. März 2010 14:00 - 21:00 Uhr
Sonntag 28. März 2010 14:00 - 21:00 Uhr
"Der fliegende Klangteppich"
Der ‘ohrenhoch-Kids Nachwuchs‘ - im Alter von 5-8 Jahren - präsentiert für das "Frühlingserwachen" im Reuterkiez in Berlin-Neukölln auf der fest installierten Lautsprecher-Installation das Tonbandstück "Der fliegende Klangteppich", Länge 20 Min., abgespielt im Loop.
Für den fliegenden Klangteppich wurden verschiedene Klang- oder Geräusche-Sessions der jüngsten ohrenhoch-Kids, die jeweils mittwochs und samstags im ohrenhoch stattfinden, von Knut Remond patchworkartig ineinander verknüpft und verwoben.
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AUF DEN TEPPICH - FERTIG - LOS!
‘Der fliegende Klangteppich‘ ist ein Stück, das aus verschiedenen Tonbandaufnahmen zusammengeknüpft oder zusammengewoben ist - chronologisch und auf mehreren Spuren wurden die Aufnahmen (Muster) angelegt. Startpunkt der Tonbandaufnahmen mit den Kids war im Juli 2009. Die seither entstandenen Aufnahmen bis in die Gegenwart März 2010 wurden nun zu einem Tonbandstück bzw. Klangteppich verwoben.
Mit Stimmen, selbstgebauten Geräuschinstrumenten, Radio, Sampler, Mischpult, Mikrophonen und elektronischen Effekten.
Der ohrenhoch-Kids Nachwuchs sind: Luca, Mira, Shelly, Kyra, Charlotte, Johanna, Marisol, Chiara. Sie treffen sich in unterschiedlichen Zusammensetzungen jeweils am Mittwoch und am Samstag freiwillig im ohrenhoch. "Der fliegende Klangteppich" ist ihre erste Präsentation im ‘ohrenhoch, der Geräuschladen‘.
Zu den wöchentlichen Treffen mittwochs oder samstags kommen selten alle zusammen, meistens sind sie zu dritt, zu zweit, manchmal auch eine allein.
Die Idee zu diesem Stück mit dem Titel "Der fliegende Klangteppich" ist von Knut Remond, der auch der Erfinder und Leiter ist der Schule, Kurse und Workshops für elektroakustische Musik, Hörspiel, Klanginstallation und Field Recording.
Der ohrenhoch-Kids Nachwuchs sind Kinder im Alter von 5-8 Jahren; sie sind fast alle regelmässig jede Woche für eine Stunde im ohrenhoch. Sie beschäftigen sich mit elektroakustischer Musik. Dazu gehören unterschiedlichste Materialien, die Geräusche von sich geben. Am liebsten verwenden die Kids ihre selbstgebauten Geräuschinstrumente, die sie selbst gebaut haben und mitbringen, aber auch alltägliche Materialien wie Kaffeesahne-Portionenbecherchen, die man zusammendrücken kann und die Kids an ein Gewitter oder ein Regenprasseln erinnern. Die Kids platzieren ihre Klanginstrumente auf dem Holzregal im ohrenhoch. Die Instrumentensammlung des ohrenhoch-Kids Nachwuchses, z.B. "die Kastanienglocke", ist für jeden zugänglich, also jede und jeder darf auf den Instrumenten spielen...
Die Idee ist, mit Geräuschen und Stimme zu experimentieren, mit kleinen einfachen elektronischen (analogen und digitalen) Geräten wie Mischpult, Mikrophon und Effektgeräte. Die Kinder experimentieren zum Beispiel mit dem Einsetzen von Echos, Hall und Pitch Shifter, einem Effekt, der die Stimme transponiert in Höhe oder Tiefe. Sie praktizieren und lernen dabei gleichzeitig, mit ihren selbstgebauten Instrumenten und mit ihrer Stimme meist zeitgleich Mixturen zu kreieren und elektronische Geräte einzubinden. Die Veränderungen, die sich aus den vielfachen Einstellungen ergeben, werden mit spielerischer Neugier und mit Humor umgesetzt.
Ein wichtiger Punkt ist, dass die Kinder experimentieren und ausprobieren, zuhören, ihre Phantasie austesten und trainieren können; dass Unerwartetes möglich ist und sie es konkret umsetzen können. Es ist auch persönlich für mein Verständnis wichtig, dass am Anfang kein durchgestyltes oder kopfbetontes, rationales Konzept (unbeweglich) im Vordergrund steht, sondern das unmittelbare Praktizieren, Entdecken, Auskundschaften, Ergründen und Herausfinden, aber auch das gegenseitige Austauschen mit den anderen Kids und zum Beispiel die Frage, in welchem Verhältnis sie die von ihnen selbst entdeckten Geräusche, Klänge, Rhythmen, Ideen mit den anderen teilen möchten.
In regem Austausch stehen, Unerwartetes zulassen, und erst in einem weiteren Schritt vielleicht ein Thema oder ein Konzept ausarbeiten; aber es muss für die Kinder unbedingt stimmig und zwingend ersichtlich sein, kurz: ihre Überzeugung da sein - und erst dann kann ich mit ihnen gemeinsam zum Beispiel eine Geschichte gestalten.
Eine wichtige Erfahrung ist, dass die Kinder in kurzer Zeit eigene Entdeckungen formulieren können, durch das selbstverständliche Experimentieren allerlei herausfinden und dabei ziemlich schnell und flink mit Überzeugung anfangen, ihre Erfindungen konzentriert zu gestalten, zu gliedern und aus diesem Komplex interessante Dinge zu kreieren.
Die elektroakustische Musik hat den Vorteil, dass das Erzeugen von Klängen, Geräuschen und Rhythmen praktisch zeitgleich oder parallel verknüpft ist mit dem Gestalten, Formen, Strukturieren; dass also das Kreieren und Formen mit den gespielten Instrumenten oder mit den Stimmen - im Prinzip das eigentliche Komponieren - entsteht.
Elektronische Musik - im Kontext mit zeitgenössischer Musik
Klangmuster, Teile aus unterschiedlichen Tonaufnahmen werden zusammengestellt nebeneinander untereinander, ausgeschnitten verlängert verkürzt ähnlich einem Bild oder einer Bildcollage, wo man die ausgeschnittenen Motive auf Pappe aufklebt. Dieser Prozess ist für den ohrenhoch-Kids Nachwuchs noch neu, sie hören ihre Stimme und ihre Instrumente zusätzlich in einem neuen oder anderen Kontext, und ich bin sehr gespannt, wie sie auf den fliegenden Klangteppich reagieren werden...
Es ist für die Kids ein "Schupf ins kalte Wasser", aber ich bin überzeugt, dass es für sie durchaus zu einem wichtigen Schritt oder Prozess führen kann.
Die elektroakustische Musik, im speziellen wie ich sie anwende mit den Kindern, steht im Schnittpunkt von Musik und Hörspiel - speziell in diesem Stück "Der fliegende Klangteppich", wo zumeist die eng gesteckten Grenzen der starren ästhetischen, musikalischen und inhaltlichen Konzepte bewusst aufgesprengt werden.
Beim fliegenden Klangteppich steht die Visualisierung in einem anderen Kontext.
Es wird versucht, über das Hören einen akustischen Teppich auszubreiten, verknüpft aus verschiedenen Aufnahmen und aus unterschiedlichen und individuellen Mustern zu einem ganzen zusammengefügt.
Es sind keine konkreten visuellen Formen, Styling, Bauweisen, Farben etc. zu erkennen, aber wenn Sie genau zuhören, ergibt sich vielleicht bei Ihnen ein Gefühl von Luftigkeit von Klang - Klängen, unterschiedlichen Modulationen, Schwebungen und ein Spürsinn und Erleben von Schwerelosigkeit und Heiterkeit.
Ich hoffe, die Kinder erleben ihren fliegenden Klangteppich auf eine lustvolle und ganz individuelle Art. Ihre Kritik aber auch die Heiterkeit sind sehr willkommen.
Es ist ein Versuch, die Kids und ihre wundervollen Kreationen einem öffentlichen Publikum zu präsentieren.
Knut Remond 20.03.2010














Die ohrenhoch-Kids präsentieren
am 12. Kunst- und Kulturfestival "48 Stunden Neukölln":
"Tontorte, Ton Kohl, Ton Banane, Ton Apfel, U7"
Freitag 25.06.10, 19:00 - 24:00 Uhr
Samstag 26.06.10, 14:00 - 24:00 Uhr
Sonntag 27.06.10, 14:00 - 19:00 Uhr
"Tontorte, Ton Kohl, U7" wird zusätzlich präsentiert am
Sonntag 04.07.10, 14:00 - 21:00 Uhr
Sonntag 11.07.10, 14:00 - 21:00 Uhr
Anlässlich der 650-Jahr-Feier Neuköllns unternehmen die ohrenhoch-Kids von 8-13 Jahren im Jahr 2010 wöchentlich Field-Recording-Exkursionen mit dem Tonband quer durch das pulsierende Berlin-Neukölln. Diese Neuköllner Tonbandwanderungen 'soundmap komplex650' inszenieren und installieren sie in drei Etappen im ohrenhoch.
Sie präsentieren die erste Etappe am Festival 48 Stunden Neukölln und an den beiden darauf folgenden Sonntagen.
'TONTORTE. TON KOHL. TON BANANE. TON APFEL. U7.'
Field-Recording-Installation
Idee, Produktion: die ohrenhoch-Kids von 8-13 Jahren
Künstlerische Leitung, Projektleitung: Knut Remond
Die Präsentation 'TONTORTE. TON KOHL. U7.' von den ohrenhoch-Kids von 8-13 Jahren ist realisiert und konzipiert für das Kunst- und Kulturfestival ‘48-Stunden Neukölln‘ 2010.
Die ohrenhoch-Kids treffen sich jeden Mittwoch für eine Stunde im ohrenhoch.
Die ohrenhoch-Kids sind eine Gruppe, die 2008 zusammengefunden hat. Die erste Präsentation, "Die Reise durch die elektrischen Geräuschgalaxien" war ein Hörspiel, "Nachttropfendrache" eine Geräuschbox", "die ohronauten" eine LivePerformance, 2009 "Regenwurmstadt & Maulwurfgarten" ein Objekt und eine Geräusch Garten-Installation, 2009 "ohrenhoch ist nachtaktiv" eine Geräuschraum-Installation.
Die Arbeit der ohrenhoch-Kids ist ein Versuch für einen anderen Umgang mit elektronischer bzw. elektroakustischer Musik.
Die Thematik und die Umsetzung sind offen und sehr praxisorentiert.
"Tontorte" komplex 650
Die Tontorte besteht aus Tonaufnahmen von den "Neukölln Arcaden".
"Willkommen zu Einkauf, Spaß und Freizeitvergnügen im Mittelpunkt des Bezirks. Auf 5 Etagen erwartet Sie eine bunte Erlebniswelt aus Handel, Gastronomie, Dienstleistung, Kino, Fitness, Stadtbibliothek, Kultur und Kommunikation.."
Die Idee ging von den ohrenhoch-Kids aus, nämlich ein "Geschwätz" auf vielschichtige Art und Weise im Verbund mit dem Projekt 'soundmaps' aufzunehmen.
Das Konzept der Tontorte bzw. die Großstruktur der Tontorte besteht aus 6 Aufnahmen; diese werden abgespielt auf 10 Lautsprechern, aufgeteilt und platziert in 5 Tortenringe:
Untergeschoss, Erdgeschoss, 1. Etage, 2. und 3. Etage, und der oberste Tortenring ist die Bibliothek.
Die "Neukölln Arcaden" bestehen aus fünf Etagen. Die ohrenhoch-Kids fügten mit der Bibliothek eine zusätzliche Tortenebene hinzu.
Die Tonaufnahmen wurden ausserhalb der einzelnen Geschäfte gemacht, auf den einzelnen Etagen mit den Menschen, die sich darin bewegen, "ein Geschwätz" inmitten von Einkaufsgeräuschen vieler unterschiedlicher Menschen, die mit ihren Handys und Einkaufswagen gehetzt durch die Hallen vorbeirauschen, an diesem Treffpunkt in Neukölln, wo unterschiedlichste Nationen, Kulturen "ein fetter Cluster" versammelt sind. Eine Polyphonie der Sprachen, ein Zeitdokument von 2010 der multikulturellen Ausstrahlung von Neukölln.
"urban rumori recordings"
"soundmaps" Route - unterwegs mit 2 Tonbandgeräten mit Mikrophon, 2 Kopfhörern und dazu zwei Tonangeln, einer kurzen und einer langen.
Die Route bzw. die Auswahl der Tonaufnahmen ist integriert in die Objekte Ton Apfel, Ton Kohl und Ton Banane, und die Geräuschraum-Installation U-Bahn "U7":
Geräuschraum-Installation U-Bahn "U7":
Ausser der Tontorte, die sich im ohrenhoch-Schaufensterraum befindet, präsentieren die ohrenhoch-Kids im Keller die Geräuschraum-Installation U-Bahn "U7" - von der Kellertreppe zum Zwischengang.
Sie besteht aus folgenden Aufnahmen: U7 Treppeneingang: Rathaus Neukölln / U7 Bahnsteig: Neukölln-Hermannplatz / Schmaler länglicher Kellerraum: U7 innen / U7: Rathaus Neukölln – Neukölln / zurück: U7: Neukölln - Hermannplatz.
Die Route bzw. die Tonaufnahmen mit den dazugehörenden Geräusch-Objekten sind folgende:Ton Banane = Der Weg von 'ohrenhoch, der Geräuschladen' Weichselstrasse 49 zu den 'Neukölln Arcaden' Karl-Marx-Strasse. Ton Apfel = Sonnenallee. Ton Kohl = Hermannplatz
Was ist 'soundmap'
soundmap ist ein Work in Progress Projekt durch das ganze Jahr 2010, das die ohrenhoch-Kids untereinander gewünscht, besprochen und beschlossen haben.
Die Kids sind ausgerüstet und unterwegs mit 2 Tonaufnahmegeräten, 2 Kopfhörern und 2 Tonangeln. Sie tauschen die Geräte abwechlungsweise untereinander; die Route führt durch Neukölln. soundmaps ist zugleich wandern, schlendern, zuhören, lachen und rennen. Mit Tonangel spüren und fangen sie die Alltagsgeräusche ein, ähnlich wie mit einem Schmetterlingsnetz...
Das genaue Hinhören steht in diesem Projekt im Vordergrund und zwar das Erkennen, dass es bestimmte, unverwechselbare, unwiderrufliche Momente gibt, die zugleich eine Einmaligkeit sind.
soundmaps von den ohrenhoch-Kids besteht darin, mit zwei mobilen Tonbandgeräten, mit auf einer langen und einer kurzen Tonangel aufgeschraubten Mikrophonen Tonaufnahmen einzusammeln in (Nord-)Neukölln - die Geräusche auf den Strassen, Plätzen, Parks und in Gebäuden.
Diese Field Recordings sind ein Versuch, ein Experiment, die Umgebung bzw. den Großstadtalltag aufzunehmen, umzusetzen und in vielfältiger Weise darzustellen. Das Projekt besteht auch darin, mit den akustischen Geräuschen durch Objekte, Gegenstände, Klanginstallationen - z. B. "Ton Kohl" die Urbanität auch auf eine witzige und spielerische Weise darzustellen.
soundmaps besteht eigentlich aus dem Sammeln von vorher abgemachten Routen, Wanderungen, die wir mit den beiden mobilen Tonbandgeräten, zwei Tonangeln und zwei Kopfhörer unter die Füsse nehmen.
Soundmaps ist auch ein Projekt, in dem der Umgang mit den Field Recording Wanderungen "offen" bleibt - wie man mit dem aufgenommenen Tonmaterial umgeht, es bewertet, verändert und schlussendlich in einen öffentlichen Kontext stellt. soundmaps ist durch und durch ein bewegliches Projekt, ein Projekt, das nicht theoretisch angegangen wird, sondern explizit praxisorientiertist. "Der Weg ist das Ziel".
Unsere Umweltgeräusche sind extrem präsent, unsere Empfindungen bezüglich (Umwelt)geräuschen sind in unserer Gesellschaft praktisch kein Thema. Dummerweise haben die Geräusche bis heute einen undergeordneten Stellenwert. Ich meine damit, dass die tagtäglichen Geräusche unaufhörlich auf uns einwirken, aber erst im letzten Stadium, wenn wir sozusagen nervlich am Ende sind, werden sie zum Thema.
Identitäten, Kulturen, unzählige Nationen einer Stadt bzw. eines Kiezes senden auf eine vielfältige Weise einen bestimmten hörbaren Flair und Atmosphäre aus.
Alltagsgeräusche sind wichtige Zeitzeugen, die etwas bewirken und aufzeigen, dass es zum Beispiel unbedingt einen Wandel braucht, Geräusche widerspiegeln präzise eine Grundstimmung in unserer pluralistischen Gesellschaft, die noch völlig unterschätzt wird und leider auch kein kulturell historisches politisches Thema ist. Zum Beispiel die Vielschichtigkeit einer multikulturellen Gesellschaft dokumentiert gerade in Neukölln, dass ein Klima schwingt, nämlich einen Schmelztiegel, ein Chaos im positiven Sinne: "megapolyphon" "fetter Cluster" durch die Strassen weht und eigentlich positiv in uns einwirken sollte. Dieser Höreindruck evoziert in uns ein neues Handeln, das für uns sicher eine zukünftige Gesellschaft, Gesellschaftsformen, Veränderungen aufmacht.
Knut Remond 25/30.6.2010
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