Natalia Pschenitschnikova über 'Territorium - Yellow Zone':
Die Aufnahmen entstanden in Moskau an drei Tagen im Oktober 2006. Alle Aufnahmen wurden draußen, innerhalb des Straßendreiecks Turgenevskaja - Kitaj-Gorod - Zemljanoj Val gemacht. Das ist die 'Zone' meiner Kindheit und Jugend. Die Zone, wo so vieles gefühlt wurde, wo so viel geschehen ist, und wo so viele Spaziergänge stattfanden. Hier in meiner damals so leidenschaftlich geliebten und gehassten Stadt - ein Gefühl, das sich nie wiederholen wird - kannte ich den Klang jeder Straßenecke, konnte mit geschlossenen Augen meinen Weg nach Hause finden.
Jetzt, 15 Jahre später, hat sich die Stadt sehr verändert, der Klang ist, wie ein Atem, anders geworden: krank, asthmatisch, mit spastischem, betrunkenem Lachen ist er wie ein Amokläufer, der das süße Getränk des Friedens mit der bitteren Droge des Konsums verwechselt hat. Die Stadt schreit nach Geld und Sex, gierig und unersättlich. Nichts anderes ist geblieben. Fast nichts.Diese Aufnahmen sind Dokumentationen meines Versuchs, den sterbenden Stadtkörper zu berühren, des Versuchs, meine letzten Klänge dort zu lassen, unsichtbare kleine Friedhofssteine als Zeichen des Abschieds.