Katharina Klement über "BETON":

"Klangtransformation - insbesondere Klangtransformation mit elektronischen Mitteln - ist Arbeit mit einem mehrdimensionalen Phänomen und mit plastischer Arbeit vergleichbar."

Ausgehend vom Material/Baustoff Beton, dessen Zustand sich in kurzer Zeit vom flüssigen zum extrem festen verändert, entstand die Idee, einmal erstarrte Masse akustisch wieder aufzubrechen.

Während mehrerer Besuche auf Baustellen, auf denen Betonteile herausgesägt bzw. geschnitten wurden, sammelte ich akustischen Baustoff: sogenannten "Lärm", unvermeidbares Nebenprodukt der Arbeit mit Beton. In die Schichten dieses Lärms einzudringen, Geräusch- und Klangschichten freizulegen, der Prozess des Sägens, Öffnens und schließlich Zertrümmerns des Materials ist Ausgangspunkt der kompositorischen Arbeit.

Ein Baustellen-Protokoll mit den durchgeführten Arbeiten wie Vorbohrungen, waagrechte und senkrechte Sägeschnitte, Demontage, Cracken, etc. und Proportionen von Raum und gesägter
Öffnung einer ausgesuchten Baustelle sind die Grundlage für die musikalische Struktur/Komposition.

Innerhalb der Matrix von fünf Lautsprechern (Stereo) der Lautsprecher-Installation von ohrenhoch verändern sich deren Zuordnungen und Gruppierungen immer wieder: in diesem Geräuschladen aus Geräusch verschieben sich im Laufe der Zeit die Zentren, Wände, Winkel, Schwellen, Öffnungen.